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Hühnersuppe – das wahrscheinlich älteste Hausmittel der Welt

Es gibt Dinge, die ziehen sich einfach durch alle Kulturen. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Jede Oma schwört drauf. Und egal ob Erkältung, Kater oder „ich fühl mich einfach komisch“ – am Ende landet man immer hier:

Bei Hühnersuppe.


Ihr werden ja fast schon magische Kräfte zugeschrieben. Sie soll wärmen, stärken, aufbauen, beruhigen – im Grunde alles außer Steuererklärung machen. Und wenn man sie einmal richtig kocht, versteht man, wo dieser Ruf herkommt. Hühnersuppe ist kein schnelles Gericht. Aber genau das ist der Punkt. Sie braucht Zeit, ein bisschen Aufmerksamkeit –und gibt dafür etwas zurück, das sich schwer beschreiben lässt.



Zutaten (für einen großen Topf)

  • 1 ganzes Huhn

  • 1 Bund Suppengemüse (Karotte, Sellerie, Lauch)

  • ½ Stange Lauch extra

  • 2 Zwiebeln

  • 2 cm Ingwer

  • 10 Wacholderbeeren

  • 2 Lorbeerblätter

  • 2 Sternanis

  • frische Kräuter (z. B. Petersilie, Thymian)

  • Wasser

  • Salz


Zubereitung

1. Geschmack aufbauen

Die Zwiebeln halbieren, Schale dranlassen, und mit der Schnittfläche nach unten in einem großen Topf richtig dunkel anrösten. Fast schwarz ist hier kein Fehler, sondern Absicht. Das gibt Tiefe.



2. Gemüse & Aromen dazu

Ingwer und Knoblauch leicht andrücken (nicht fein schneiden – einfach einmal draufhauen reicht). Suppengemüse grob schneiden und zusammen mit Lauch und Zwiebeln in den Topf geben. Kurz mit anrösten. Ein bisschen Ingwer und Sternanis geben eine überraschend gute Tiefe.


3. Huhn rein, Wasser drauf

Das Huhn dazugeben und mit kaltem Wasser bedecken. Ja, kaltes Wasser! So lösen sich die Aromen langsam und gleichmäßig. Und ja: Beim Huhn darf man ruhig kurz überlegen, wo es herkommt. Macht geschmacklich mehr aus, als man denkt. Und für 2,99 Euro kriegt man wahrscheinlich kein glückliches Huhn.



4. Zeit (der wichtigste Schritt)

Kräuter, Gewürze dazugeben – aber noch kein Salz. Einmal aufkochen lassen, dann die Hitze runterdrehen. Jetzt darf die Suppe einfach nur noch leise vor sich hin köcheln.

👉 Minimum: 1 Stunde👉 Besser: 2–3 Stunden


5. Kleiner Trick für zartes Fleisch

Das Brustfleisch zwischendurch rausnehmen, sonst wird es trocken.

Der Rest darf weiter ziehen und Geschmack abgeben.


6. Abseihen

Alles durch ein Sieb gießen, Fleisch von den Knochen lösen.

Achtung: Hier verbrennt man sich traditionell die Finger, weil man zu ungeduldig ist.


7. Noch mehr Geschmack rausholen

Die Knochen und Gemüsereste nochmal mit Wasser aufkochen. Da steckt noch ordentlich Geschmack drin. Die Brühe einkochen lassen, bis sie kräftig wird (gerne auf etwa die Hälfte reduzieren). Jetzt erst salzen. Frisches Gemüse klein schneiden und kurz in der Brühe gar ziehen lassen.



 
 
 

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